Was macht ein „Landschaftspräsident“?
Die Anspannung war einigen Kindern und Jugendlichen deutlich anzumerken, schließlich hatte sich hoher Besuch angekündigt: Der Präsident des Sächsischen Landtages, Alexander Dierks, hat sich einen ganzen Nachmittag Einrichtungen von DON BOSCO SACHSEN angeschaut. In der trägereigenen Berufsschule hatten Auszubildende gemeinsam mit den Schulsozialarbeitern eine Diskussionsrunde vorbereitet und nutzten dabei die Gelegenheit, dem Politiker zahlreiche Fragen zu stellen und auf bestehende Probleme, wie zum Beispiel den enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten, hinzuweisen.
Dierks nahm anschließend an der Andacht zum Erntedankfest auf dem Don-Bosco-Campus in Burgstädt teil. Dazu hatten sich die Teilnehmenden um den derzeit im Entstehen befindlichen XXL-Tisch versammelt. Pater Albert Krottenthaler verwies in seiner Ansprache auf den Aspekt, dass sich in allen Weltreligionen die Tischgemeinschaft als ein wichtiges Ritual des Miteinanders wiederfindet. Dazu sei nötig, dass sich möglichst jede und jeder mit seinen Gaben und Fähigkeiten einbringt, während andererseits Dinge, die eine Gemeinschaft stören können, zu Hause gelassen werden. „Im Mittelalter haben die Menschen, bevor sie zu Tisch kamen, ihre Waffen abgelegt. Heute trägt niemand einen Dolch, aber auch ein Handy kann benutzt werden, um andere mit Worten zu verletzen“, so der Geistliche.
Eine besondere Begegnung hatte der in der Nähe des Chemnitzer Don-Bosco-Hauses wohnende und in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden arbeitende Dierks in der Don-Bosco-Jugendhilfeeinrichtung Limbach-Oberfrohna. Er hatte zugesichert, dass man ihn alles fragen dürfe. Dieses Angebot nutzten die Bewohnerinnen und Bewohner ausgiebig. Das Interesse reichte von Fragen nach der Höhe des Verdienstes, einer großen Villa und einem eigenen Koch bis hin zu der geäußerten Überlegung, ob die Ukraine im Falle, dass Deutschland selbst einmal angegriffen wird, auch helfen würde. Eine besondere Frage hatte die neunjährige Mia. In ihrer Aufregung wollte sie von Dierks wissen, was „ein Landschaftspräsident so richtig arbeitet“. Darauf antwortete der Spitzenpolitiker in Anbetracht des Versprechers mit einem Schmunzeln: „Zu meiner Arbeit gehört auch das Leiten von Sitzungen des Parlamentes. Manchmal verhalten sich einige Abgeordnete nicht gerade anständig. In einigen solcher Momente wäre ich dann gern Landschaftspräsident.“
Text und Fotos: SeS
