Handwerkskunst trifft Hochkultur
Der erste Blick in den Kammermusiksaal der Städtischen Musikschule Chemnitz überrascht: Haben die Wände wirklich ein lila Leuchten? Künstler Frank Maibier (vorn) klärt auf: „Bereits in der Zeit des Bauhauses hat man häufig einen hellen Magentaton verwendet und somit eine gute Verbindung zu anderen Farben hergestellt.“ Im Zusammenspiel mit der gegenüberliegenden Wand wird dies deutlich. Circa zwanzig Zentimeter breite Streifen verlaufen dort von der Decke bis zum Boden, die wie sich aneinander lehnende Körper wirken. Maibier und sein Künstlerfreund Andreas Winkler (li. hinten) haben bewusst acht verschiedene Farben ausgewählt. Als Lehrer unterrichtet er im Fach Violine und weiß somit um die besondere Bedeutung dieser Zahl in der Musik. „Acht sich aufeinander aufbauende Töne ergeben eine Oktave.“ Und von diesen sind im Kammermusiksaal täglich unzählige zu hören. Ob Klavier, Akkordeon, Trompete oder Gesang - hier wird das dargeboten, was von den rund 2.000 Schüler:innen der Einrichtung zuvor im Unterricht und zu Hause an Musikstücken erarbeitet wurde. „Dieser Raum war früher sehr nüchtern und wirkte wenig einladend“, berichtet Nancy Gibson (re., vorn, sitzend). „Dabei sollten gerade hier besonders gute Bedingungen herrschen, schließlich kommen zu den Konzerten vor allem die Angehörigen unserer Nachwuchskünstler:innen.“ Bei den Überlegungen zur Neugestaltung erinnerte sich die Direktorin an DON BOSCO SACHSEN, wo sie sich auch als Kuratoriumsmitglied in einer gleichnamigen Stiftung ehrenamtlich engagiert. „Der Don-Bosco-Ausbildungsbereich Raumausstatter hat unsere Besucherstühle neu bezogen. Die Qualität ist großartig!“, lobt die aus Kanada stammende Musikpädagogin die angehenden Fachkräfte des Handwerks und freut sich über die erfolgreiche Kooperation der beiden Bildungseinrichtungen. Einen ersten offiziellen Test bestanden die Sitzmöbel im Rahmen einer feierlichen Vernissage. Inmitten der geladenen Gäste war auch die Auszubildende Kiara Petermann (re.): „Es ist schon cool zu sehen, wo unsere Werkstattarbeit nun steht. Wir sind Teil eines Kunstwerks!“
Die Neugestaltung des Kammermusiksaals wurde ermöglicht durch den Chemnitzer Musikverein, die Freunde und Förderer der Städtischen Musikschule Chemnitz, die Stadt Chemnitz und Privatspenden.
Text und Foto: SeS
